{"id":162498,"date":"2023-04-06T12:51:44","date_gmt":"2023-04-06T10:51:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rizzi-universe.com\/unkategorisiert\/2008-17\/"},"modified":"2024-04-22T16:27:36","modified_gmt":"2024-04-22T14:27:36","slug":"2008-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rizzi-universe.com\/en\/biographie-en\/2008-17\/","title":{"rendered":"2008"},"content":{"rendered":"\n        \n        <h3>Gestaltung eines 10 \u20ac Geldscheines mit freundlicher Erlaubnis der Europ\u00e4ischen Zentralbank<\/h3>\n        <p>Kunst und Geld sind auf vielf\u00e4ltige Art miteinander verwoben. Nicht nur ist Kunst zu einer attraktiven Geldanlage geworden, so dass ihr Wert neben Wahrheit und Sch\u00f6nheit auch in Dollar und Euro gemessen werden kann, sondern die Zahlungsmittel selbst sind jenseits ihrer reinen Funktionalit\u00e4t mitunter auch zu kleinen Kunstwerken geworden. In dieser Hinsicht kann man die Banknote als eine der ersten k\u00fcnstlerischen Serigraphien ansehen, deren Besonderheit allerdings darin besteht, dass ihr Nominalwert \u00fcblicherweise sowohl ihren \u00e4sthetischen Wert als auch den reinen Materialwert bei Weitem \u00fcbersteigt.\nK\u00fcnstler besch\u00e4ftigen sich mit Geldscheinen beinahe schon seit es Banknoten gibt. W\u00e4hrend es im 19. Jahrhundert vorwiegend um Wirklichkeitsn\u00e4he, Reproduktionen und Trompe-l\u2019\u0153ils ging, hat sich der Fokus mit der zunehmenden Virtualisierung von Geld verschoben. Anstatt sich auf das Aussehen des Geldscheines und des darauf dargestellten Motives zu konzentrieren, haben sich die K\u00fcnstler vielmehr mit seiner Beliebigkeit, Vielf\u00e4ltigkeit und schieren Materialit\u00e4t besch\u00e4ftigt. Alles konnte ein Geldschein sein \u2013 und zwar so oft, wie er gedruckt wurde. Andy Warhol malte den US Dollar, um ihn anschlie\u00dfend zu reproduzieren; Robert Watts ging sogar noch weiter, indem er einfach Offset-Vervielf\u00e4ltigungen in eine Kiste packte. W\u00e4hrend es diesen K\u00fcnstlern immer noch um die Darstellung ging, haben Robert Morris und Robert Rauschenberg die Banknote als ein beliebiges St\u00fcck Materie angesehen, das f\u00fcr einen ganz anderen Zweck verwendet werden konnte. Gewiss sind k\u00fcnstlerische Darstellungen von Geld selbst kein Zahlungsmittel mehr, ebensowenig wie Geldscheine, die in Kunstwerke und Installationen integriert werden. Sie \u00fcbernehmen stattdessen eine expressive oder symbolische Funktion.\nBis dahin f\u00fchrte also das Zusammentreffen von Geld und Kunst entweder zur Darstellung des Wertetr\u00e4gers oder seiner Instrumentalisierung zu ganz anderen, nicht finanziellen Zwecken. Eine Ausnahme sind Projekte, wie sie von verschiedenen Zeitschriften wie \u201eArt in America\u201c oder \u201eAvantGarde\u201c angesto\u00dfen wurden; sie luden K\u00fcnstler ein, ihre eigenen W\u00e4hrungen zu kreieren, die nat\u00fcrlich nur \u201eSpielgeld\u201c waren, nichts, womit man wirklich h\u00e4tte bezahlen k\u00f6nnen. Trotz der Verlockung des Geldes hat sich die Kunstwelt einer bestimmten Art der Liaison f\u00fcr lange Zeit enthalten. Erst jetzt ist eine Banknote durch die Hand eines K\u00fcnstlers gegangen und hat zugleich doch ihren offiziellen wirtschaftlichen Wert behalten. \nUnd so beginnt James Rizzi, eine v\u00f6llig neue Geschichte zu erz\u00e4hlen \u2013 sein Engagement l\u00e4sst sich nicht auf ein Entweder (\u00e4sthetisch) \/ Oder (wirtschaftlich) reduzieren, sondern verbindet tats\u00e4chlich beides miteinander. Die Kooperation zwischen Rizzi und Giesecke &amp; Devrient begann bereits mit dem Briefmarkenprojekt. Giesecke &amp; Devrient druckt jedoch nicht nur Briefmarken, sondern auch Banknoten. Als Rizzi von einem Journalisten gefragt wurde, was er nach seinen Briefmarken als n\u00e4chstes gestalten wollte, sagte er im Scherz, er habe noch nie Geld entworfen \u2013 und Giesecke &amp; Devrient nahmen ihn beim Wort. Als auch die EZB ihr Placet gegeben hatte, konnte es losgehen. Rizzi entschied sich daf\u00fcr, die R\u00fcckseite des Zehn-Euro-Scheins neu zu gestalten. Das urspr\u00fcngliche Motiv \u2013 eine fiktive romanische Br\u00fccke und eine schematische Kartendarstellung Europas \u2013 gestatteten es ihm, nicht nur etwas auf das urspr\u00fcngliche Motiv der Banknote zu zeichnen, sondern die urspr\u00fcngliche Struktur als Ausgangspunkt f\u00fcr etwas ganz Neues zu verwenden. Die Kreise, die die Br\u00fcckenb\u00f6gen zusammen mit ihrer Spiegelung im Wasser ergeben, sind ebenso verlockend f\u00fcr ihn wie die Silhouette Italiens. \nDie Rizzi-Geldscheine sind Siebdruck-Serigraphien, mit denen im 16-Farb-Druck Rizzis OriginalZeichnung auf den Original 10-Euro-Schein \u00fcbertragen wurde. Unter den fast zwei Milliarden 10-Euro-Scheinen, die in Europa zirkulieren, befinden sich also 400, die von Rizzi gestaltet wurden \u2013 auch wenn diese eher nicht im Geldbeutel, sondern gerahmt an der Wand anzutreffen sind. Und ihr \u00e4sthetischer Wert wird in der Tat ebenso wenig der Inflation zum Opfer fallen wie der urspr\u00fcngliche Kaufpreis dieser innerhalb k\u00fcrzester Zeit vergriffenen Edition.<\/p>\n        \n    ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestaltung eines 10 \u20ac Geldscheines mit freundlicher Erlaubnis der Europ\u00e4ischen Zentralbank Kunst und Geld sind auf vielf\u00e4ltige Art miteinander verwoben. 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